Norddeutscher Figuralchor mit Jörg Straube

Presse

Weser-Kurier | 26. September 2016

Aber es war mehr noch die Stunde von Chor und Orchester, die in bester Abstimmung und Homogenität miteinander agierten. Ehrfurchtsvoll erklang das Gratias, meditativ und stark zurückgenommen das „Qui tollis“ – um dem anschließenden „Cum sancto spirito“ mit kontrastierendem Nachdruck umso mehr Glanz zu verleihen. Blitzsaubere, in den Einzelstimmen absolut deckungsgleich ausgeführte Koloraturen selbst bei teils extrem angezogenen Tempi, aber auch feinste, dennoch tragfähige Pianissimopassagen bewiesen die hohe sangliche Qualität des Chores.

Auf besonders überwältigende Weise kam dies zum Ausdruck in zwei zentralen Aussagen des Credos: nämlich bei der dramatischen Passage von Tod und Auferstehung Christi, aber sogar noch intensiver, bewegender bei der zunächst von Zweifel bestimmten, nur sehr zögerlich geäußerten Auferstehungshoffnung, die dann unvermittelt von einer zutiefst überzeugten, von blitzenden Trompetenfanfaren unterstützten Gewissheit überstrahlt wird. Mit dem packenden „Dona nobis pacem“ in ausgeprägt aufblühender Dynamik wurde ein grandioser Schlusspunkt gesetzt.

Göttinger Tageblatt | 15. September 2016

Doch der 1981 gegründete Norddeutsche Figuralchor ist für solche Aufgaben hervorragend gerüstet. Wie das Konzert eindrucksvoll zeigte, sorgt Straube nicht nur für die klangliche Sauberkeit, die bis auf verschwindend geringe Ausnahmen stets perfekt gewährleistet war, sondern auch für die Homogenität des Chorklanges, für das Hervortreten thematisch wichtiger Stimmen, für Ausgewogenheit und Transparenz.

[…] Wenn es dann aber derart perfekt gelingt wie beim Norddeutschen Figuralchor, kann man nur noch staunen.

www.kulturbuero-goettingen.de | 12. September 2016

Dieser semiprofessionelle Kammerchor gehört zu den besten in Deutschland. Und wenn man gleich zum Einstieg des Konzertes die Motette „O Tod, wie bitter bist du“ hört, dann weiß man auch sofort, warum das so ist. […] Der Figuralchor ist sehr ausgeglichen besetzt, kaum ein Kammerchor hat zum Beispiel den Luxus, gleich acht hochkarätige Tenöre in den Reihen zu haben. Dazu kommt ein homogener Chorklang, der seinesgleichen sucht. Natürlich ist das das Ergebnis langer Arbeit, aber auch die Handschrift des Leiters Jörg Straube. Jede einzelne Stimme ordnet sich dem Ganzen unter, ein perfekter Vokalausgleich sorgt für einen absolut harmonischen Chorklang.

Das hohe Niveau des Chores sorgt aber auch dafür, dass die Sängerinnen und Sänger auch auf kleinste Nuancen des Dirigates reagieren können. Sollten überhaupt irgendwelche klanglichen Unwuchten auftauchen, werden diese schon im Ansatz korrigiert.
[…] Der Norddeutsche Figuralchor singt die hochkomplexen Harmonieverrückungen mit einer Selbstverständlichkeit, dass man als Zuhörer nur noch staunen kann. Dieses Staunen schlägt in Atemlosigkeit um, wenn Jörg Straube seinen Chor Pianissimo singen lässt. Die Lautstärke auf das Äußerste zu reduzieren und dabei den vollen Klang weiter zu behalten – das ist ganz große Kunst.

[…] Vor der Pause gab es das Kyrie aus der Missa Pape Marcelli von Palestrina. Hier bewies der Chor, dass er auch diese Musik perfekt beherrscht: klar und durchsichtig erklangen die Töne des italienischen Renaissance-Komponisten. Und nach der Pause erklang die Motette „Jesu meine Freude“ von Johann Sebastian Bach. Gerade in dieser Motette kommt die genaue Stimmführung und Homogenität der Chorstimmen besonders gut zur Geltung. Das ist Chorklang in Vollendung!

Hildesheimer Allgemeine Zeitung | 20. April 2015

Jörg Straube versteht es seit nunmehr 34 Jahren, die Stimm- und Chorkultur des Norddeutschen Figuralchors mit Weitsicht auf höchstem Niveau zu halten. Textverständlichkeit und Intonationssicherheit zählen hier genauso zum guten Ton wie geradezu plastische Interpretationen aus spannungsstarken Stimmen.

Weser-Kurier | 23. März 2015

Zur Aufführung von Händels „Messiah“ mit den Bremer Philharmonikern:

Beeindruckend dabei der Norddeutsche Figuralchor, der die ausgedehnten Chorpartien in perfekter dynamischer Ausgewogenheit, dabei stets kraftvoll und sauber artikuliert zu Gehör brachte.

Hannoversche Allgemeine Zeitung | 2. Dezember 2013

Das von Jesus- und Marien-Anrufungen geprägte Adventskonzert konzentrierte sich nicht auf barocke Klangsphären, sondern öffnete zweimal ein Fenster in die Gegenwart. Zum einen trat der Bassist Keno Weber heraus aus den Stimmen und dirigierte die achtstimmige Motette „O bone Jesu“ des Schotten James MacMillan so kundig, daß der Chor sowohl die linearen als auch akkordischen Partien mühelos gestaltete. Zum anderen wiederholte der Norddeutsche Figuralchor eine ihm gewidmete Komposition, die er im Sommer uraufgeführt hatte. „Licht und Namen“ hatte Charlotte Seither ihr Werk betitelt. Die Musik beginnt mit Schwebeklängen der in den Seitenschiffen postierten hohen Frauenstimmen und findet erst ganz allmählich den Weg zu tiefen, sogar abgrundtief raunenden Männerstimmen. Dem in allen Registern geschmeidigen Norddeutschen Figuralchor passte Charlotte Seithers musikalische Färbung so perfekt, daß „Licht und Namen“ auch in der hannoverschen Marktkirche fast atemberaubend suggestiv wirkte.